Großauftrag für R. KIND: Die Welt baut neuen Kernfusionsreaktor - mit Spezialstahl-Lösungen aus Gummersbach.

Die R. KIND GmbH liefert in den kommenden Jahren rund 210 hochbelastbare Spezial-Edelstahlbauteile für das Magnetsystem des neuen Kernfusionsreaktors ITER – und ist damit an einem der größten Zukunftsprojekte der Welt beteiligt.

Gummersbach, 08.02.13 - ITER ist ein Begriff aus dem Lateinischen und bedeutet „der Weg“. In der Fachsprache steht er für „International Thermonuclear Experimental Reactor“. Auf dem besten Weg, internationale Geschichte zu schreiben, ist das Gummersbacher Unternehmen R. KIND. Im Rahmen des internationalen Zukunftsprojekts ITER ist das oberbergische familiengeführte Traditionsunternehmen jetzt beauftragt worden, 210 Komponenten für das Magnetsystem des Kernfusionsreaktors zu liefern. Die Bauteile wird der Spezialist für Freiformschmiedeteile aus dem austenitischen Edelstahl F316 LN herstellen – sie weisen zum Teil ein Liefergewicht von bis zu 17 Tonnen auf.

Das Auftragsvolumen liegt im Bereich von 30 Millionen Euro. „Wir sind sehr stolz, dass wir mit unseren individuell gefertigten ITER - Komponenten den hohen Anforderungen eines solch einzigartigen Projekts gerecht werden können. Bereits in den letzten 15 Jahren haben wir umfangreiche Aufträge für Machbarkeitsstudien und Vorversuche für das Projekt realisiert. Auch die Auflagen der französischen Atomnorm RCC-MR 2007 werden wir voll und ganz erfüllen“, so Geschäftsführer Markus Kind. Durch die enge Verzahnung von Liefertermin und Endbearbeitung wird die Produktion der 750 Tonnen Stahl unter höchstem Zeitdruck stattfinden. Optimale Fertigungswege und ein Höchstmaß an Flexibilität sind hier die Grundvoraussetzung für einen termingerechten und reibungslosen Ablauf. „Möglich machen dies unter anderem eine umfangreiche Auftragsplanung, Auftragssteuerung und auch Enddokumentation“, erklärt Markus Kind. Die Erfahrung, die das Unternehmen bereits aus Großprojekten wie beispielsweise für den LHC am Institut der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) gewinnen konnte, wird beim ITER-Langzeitprojekt von großem Wert sein. Die erforderlichen strategischen Maßnahmen hat KIND bereits getroffen: Derzeit werden neue Mitarbeiter eingestellt, Maschinen beschafft und die Firmengebäude erweitert.

Entstehen soll der neue Fusionsreaktor im südfranzösischen Cadarache. Neben Europa sind auch Japan, die USA, die Russische Föderation sowie China, Südkorea und Indien an dem Projekt beteiligt. Mit dem Reaktor könnte es zukünftig möglich sein, durch die Verschmelzung von Wasserstoffatomen Energie zu gewinnen. Wenn dies gelingt, wäre eine unerschöpfliche und umweltfreundliche Stromquelle geschaffen, bei der die Energie immer und immer wieder neu produziert wird, ähnlich wie im Sonneninneren. Laut dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik würde mit dem Kernfusionsreaktor ITER ein Gramm Brennstoff ausreichen, um 90.000 Kilowattstunden Energie zu erzeugen. Dies entspräche ungefähr der Verbrennungswärme von elf Tonnen Kohle.

Mit der Produktion und Lieferung der ITER - Magnetkomponenten wird die R. KIND GmbH dazu beitragen, dass die Geschichte eines der größten internationalen Forschungsprojekte weitergeschrieben werden kann. Doch auch das eigene Unternehmenswachstum kann KIND durch das Großprojekt weiter steigern – und seine starke Marktposition als einer der führenden Spezialisten für Freiformschmiedeteile ganz klar ausbauen.



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